Ausgangssituation
Ein erfolgreicher Store wurde von seinem alten Stack ausgebremst.
Aus geschäftlicher Sicht lief der Shop gut, doch die technische Basis konnte mit dem Wachstum nicht mehr Schritt halten. Das Magento-1-System bestand aus nachträglich ergänzten Modulen, übereinander gestapelten Checkout-Erweiterungen und bot keinen klaren Weg für neue Funktionen. Moderne Marketing-Tools oder selbst grundlegende Automatisierungen zur Kundenbindung ließen sich kaum integrieren.
Vollständige Magento-2-Migration und Bereinigung
Wir bereinigten zuerst das Fundament, bevor wir weiterbauten.
Bevor wir in die Entwicklung einstiegen, führten wir ein tiefes Audit des Magento-1-Stores durch. Jahre an gepatchten Modulen, Performance-Engpässen und überlappender Plugin-Logik machten klar, dass ein einfacher Replatforming-Ansatz nicht ausreichen würde. Wir kartierten kritische Datentypen, Produkte, Kundenkonten, Bestellhistorie und Steuerregeln und bauten vieles nach Magento-2-Best-Practices neu auf. Dazu gehörten normalisierte Attributsets, reduzierte redundante Kategorien und bereinigte Layered-Navigation-Filter. Legacy-Drittmodule wurden einzeln bewertet: Wesentliche Module wurden neu geschrieben oder durch schlankere Custom-Module ersetzt, der Rest wurde entfernt. Das reduzierte den Backend-Ballast deutlich und verbesserte die langfristige Wartbarkeit.
Individuelle Tools statt schwerer Plugins
Schlanke individuelle Logik ersetzte umfangreiche Erweiterungen.
Statt auf schwere Drittanbieter-Extensions zu setzen, entwickelten wir eine Reihe schlanker Custom-Tools, die genau auf die Anforderungen des Kunden zugeschnitten waren. Dazu gehörte ein Produktkonfigurationssystem, das Preise und Anzeigeoptionen dynamisch anhand gewählter Parameter aktualisiert. Für Loyalty und Promotions bauten wir ein Punktesystem mit Logik auf Basis von Warenkorbinhalt, Kundengruppe und Kaufhistorie. Außerdem führten wir ein geführtes Angebotsinterface für B2B-Nutzer ein, mit dem konfigurierbare Warenkörbe gespeichert und zur Freigabe eingereicht werden konnten. Alles lief nativ in Magento, ohne zusätzlichen Overhead einzuführen.
Intelligente Admin-Oberflächen
Interne Teams erhielten schnellere und klarere Abläufe für ihre tägliche Arbeit.
Wir verbesserten die Admin-Nutzbarkeit durch Custom-Dashboards und Utility-Panels für Sales Manager und Lagerteam. Zu den Funktionen gehörten ein „Quote Priority“-Tagging-System, visuelle Hinweise für Expressbestellungen und One-Click-PDF-Erzeugung für produktionsfertige Job Tickets. Zusätzlich bauten wir einen Live-Cart-Viewer mit Editierfunktion: Wenn ein Kunde mit Fragen zu einer halb fertigen Bestellung anrief, konnte das Team den Warenkorb in Echtzeit öffnen und gemeinsam abschließen. Statt durch viele Tabs und Entitäten zu klicken, war alles über ein schlankes Interface erreichbar.
Performance, Speed & Scaling
Performance wurde Teil der Architektur.
Wir behandelten Performance als Feature, nicht als Nachgedanken. Jedes Frontend-Script wurde geprüft und entweder deferred, lazy-loaded oder entfernt, wenn es unnötig war. Bilder wurden in WebP konvertiert und mit responsiven Größen optimiert. Serverseitig aktivierten wir Varnish für Full-Page-Cache und Redis für Sessions und Object Cache. Den Checkout trennten wir in ein Fallback-Theme, um Frontend-Konflikte zu vermeiden, was mobile Transaktionen deutlich flüssiger machte. Stresstests zu Peak-Zeiten bestätigten, dass der Store Traffic-Spitzen ohne Einbruch verarbeiten konnte.
Seamless ERP & Shipping Integration
Operations wurden im Hintergrund sauber verbunden.
Die ERP-Integration wurde über eine dedizierte Middleware-Schicht umgesetzt, die Daten aus dem internen System des Kunden pushte und zog, ohne Magento-Prozesse zu blockieren. Wir implementierten Logik zur Gruppierung von Lieferungen nach Kompatibilität, also welche Produkte gemeinsam verpackt werden konnten, und ergänzten Fallback-Regeln für Out-of-Stock-Situationen. Versandmethoden wurden nach Nutzertyp — Retail oder Wholesale — und Zielregion angepasst. Eingeschränkte Produkte lösten Versandhinweise oder Ausschlüsse aus. Die Steuerlogik wurde eng mit dem ERP-Sync gekoppelt, um Rechnungsabweichungen zu vermeiden. Dadurch wurden Lagerprozesse schneller und deutlich weniger fehleranfällig.